Weilbacher Glockenspiel bleibt erhalten

Weilbach. 
Nach der Klage von einigen Anwohnern gegen das Weilbacher Glockenspiel haben sich die Konfliktparteien nun auf einen Vergleich geeinigt. Das Weilbacher Glockenspiel spielt jetzt nur noch dreimal am Tag.

Das letzte Stündlein hat noch nicht geschlagen: Das Weilbacher Glockenspiel im Ortsmittelpunkt darf weiter erklingen. Die Stadt konnte sich mit den Anwohnern, die gerichtlich gegen den Betrieb vorgegangen sind, auf einen Vergleich einigen. Die rhythmischen Glockenschläge am „Haus am Weilbach“ sollen künftig aber eingeschränkt ertönen.

Ab sofort spielen die Glocken nur noch dreimal täglich: Um 12.10 Uhr, 16.10 Uhr und 18.10 Uhr ertönt eines der insgesamt 104 einprogrammierten Lieder. Früher spielten die Glocken auch noch morgens um 10.10 Uhr. Der Glockenschlag zur vollen Stunde, der zuletzt viermal täglich zu hören war, unterbleibt in Zukunft vollständig. Zu den Liedern, die digital aus dem Speicher des Glockenspiels abgerufen werden können, gehören weihnachtliche Titel wie „Kling Glöckchen klingelingeling“ oder der Stimmungslied-Klassiker „So ein Tag, so wunderschön wie heute“.

Die Initiative zur Einrichtung des Glockengeläuts ging vor rund 20 Jahren von Heinrich Herbert aus, der nach einem Besuch in Weilbach-Weckbach im Odenwald den Förderverein „Weilbacher Glockenspiel“ ins Leben rief. Im namensgleichen Ort in Bayern hatte eine Abordnung aus Flörsheim das dortige Glockenspiel besichtigt. Die Arbeiten für die Installation eines eigenen Glockenspiels begannen dann im November 1996.

Von Weilbachern und Flörsheimern gespendet

Das besondere Weilbacher Wahrzeichen umfasst 24 Glocken in der Tonfolge f3 bis e5, die von Weilbachern und Flörsheimern gespendet und während des Bachfestes im Jahr 1997 präsentiert wurden. Als Nachfolgerin von Heinrich Herbert führte Helga Reisz den Verein ab dem Jahr 2008 weiter. Weil sich immer weniger ehrenamtliche Mitstreiter fanden, musste sich die Initiative jedoch vor einigen Monaten auflösen. Die Stadt Flörsheim übernahm das Glockenspiel in diesem Jahr. Kurz nach der Übernahme erklärte Bürgermeister Michael Antenbrink (SPD) deutlich, es gebe einen klaren Willen, das Glockenspiel weiterhin zu erhalten.

Die Musik am „Haus am Weilbach“ erfreute allerdings nicht alle Weilbacher: Probleme bereiteten den Anhängern des Glockenspiels genervte Anwohner, welche die Lautstärke bereits vor einigen Jahren seitens des Ordnungsamts prüfen ließen. Die verärgerten Bürger gingen schließlich den Weg vor Gericht, der nun sein Ende gefunden hat. Er sei erleichtert, dass die Kläger der Stadt so weit entgegenkamen, dass eine Einigung erzielt wurde und der Erhalt des „bei vielen Weilbachern beliebten Glockenspiels“ gesichert werden konnte, erklärt Antenbrink. „Wäre das Glockenspiel verstummt, hätte Weilbach eines seiner Wahrzeichen verloren“, betont der Verwaltungschef.

Die Kosten, die der Stadt durch den Betrieb der Anlage entstehen, halten sich übrigens in Grenzen: Wie gestern auf Nachfrage aus dem Rathaus mitgeteilt wurde, liegt die Summe für die Wartung und Versicherung des Glockenspiels bei etwa 200 Euro im Jahr. (sas)

Quelle: (Höchster Kreisblatt) zum Artikel