Weilbach wehrt sich gegen Verkehrslärm

WEILBACH. (red). „2012 wird aus verschiedenen Gründen ein Schicksalsjahr für Weilbach“, glaubt die Initiative „Weilbach wehrt sich“. Denn „nach 900 Jahren, in denen Weilbach sich entwickelt und vergrößert hat, wird nun unserer Ortschaft eine verkehrstechnische Schlinge um den Hals gelegt“, moniert Sprecher Klaus-Günter Badeck. Da sich die Mehrheit der Politiker von SPD, Galf und „dfb“ seit Monaten vorwiegend mit Flörsheimer Problemen beschäftige, könne man auf ihre Hilfe zurzeit nicht rechnen. „Außer der Verabschiedung des Bebauungsplanes für den ersten Teil der Weilbacher Umgehung im Dezember durch alle Parteien wurden 2011 keine weiteren Maßnahmen ergriffen, die auf eine komplette Entlastung Weilbachs vom Schwerverkehr hinauslaufen.“ Stattdessen habe man mehrheitlich beschlossen, Weilbach weiter dem Schwerlastverkehr anzupassen. So sei mit den Arbeiten zum Bau einer Linksabbiegerspur zum Hertie-Gelände kürzlich begonnen worden, während die Ortsdurchfahrt Weilbach Lkw-tauglich ausgebaut werden solle.

„Den ansässigen Logistikunternehmen ist die Tatenlosigkeit der Stadt Flörsheim im eigenen Interesse, aber auch im Umgang mit den Belastungen der Anwohner nicht recht“, teilt Badeck mit. Denn Transthermos und das Logistikunternehmen Hasenkamp wären sofort bereit, alternative Fahrtrouten zu nutzen, wie zum Beispiel die Autobahnbehelfsauf- und -abfahrt zur A 3 zwischen Flörsheim und Eddersheim. „Weilbach wehrt sich“ wisse das aus Gesprächen mit diesen Firmen.

Mit dem Ausbau der Kreuzung Rüsselsheimer-, Frankfurter-, Mainzer- und Massenheimer Straße würden Existenzen bewusst an den Rand des Ruins gedrängt, und die Bürger ganz bewusst einer weiteren Zunahme des Verkehrs, der Schadstoffe und dem Lärm ausgesetzt. Was den Geschäften in der Frankfurter Straße zugemutet werde, sei das Gegenteil von Wirtschaftsförderung.

Forderungskatalog für den Ortskern

Mit dem Bau des ersten Teils der Ortsumfahrung von der Rüsselsheimer Straße bis zum Germania-Gelände müsse sofort begonnen werden, heißt es weiter. Zeitgleich müsse die Planung für den zweiten Teil der Ortsumfahrung erfolgen, fordert die Initiative. Darüber hinaus sei ein Durchfahrtverbot für alle Lkw über 7,5 Tonnen zwischen 22 und 6 Uhr nötig, „ganz analog zum geforderten Nachtflugverbot für Flörsheim“. Und durch eine Verkehrszählung sollten die tatsächlichen Lkw-Bewegungen auf der B40 / B 519 und der Raunheimer Straße erfasst werden. Außerdem seien dort Schadstoff- und Lärmmessungen nötig – und zwar mehrere Tage lang rund um die Uhr. „Solange diese Pläne und Messwerte nicht öffentlich sind“, dürfe es keinen Ausbau einer innerörtlichen Durchfahrtsstraße in Weilbach geben.

Weiterhin regt Klaus-Günter Badeck nächtliche Geschwindigkeitsbeschränkungen auf den nahegelegenen Autobahnen A 3 und A 66 an. Auch die verschwundenen Hinweisschilder an der Autobahn auf das Durchfahrtverbot durch Weilbach für Lkw seien bisher nicht ersetzt worden. Der Umbau der Ampelanlage an der Kreuzung Frankfurter-, Hofheimer- und Raunheimer Straße habe die Verkehrssituation in der Raunheimer und Frankfurter Straße keineswegs entspannt. So befürchtet Badeck eine weitere Zunahme des Schleichverkehrs.

Quelle: (Main-Spitze) zum Artikel