Transthermos und die Verkehrsbelastung in Weilbach

01.02.2012 – FLÖRSHEIM

Von Elke Flogaus

Immer wieder gab es besonders in Weilbach Beschwerden über die vielen Laster und speziell die Tiefkühlfahrzeuge der Firma Transthermos GmbH. Das nahm die Geschäftsleitung zum Anlass, zu einer Informationsveranstaltung in das Firmengebäude auf dem ehemaligen Hertiegelände einzuladen.

Neben Bürgermeister Michael Antenbrink (SPD) konnte Geschäftsführer Sebastian Dietrich zahlreiche Kommunalpolitiker und einige Flörsheimer Bürger begrüßen, die ihn mit der zentralen Frage konfrontierten, wie man das Verkehrsproblem lösen könne. „Seit die Umgehungsstraße abgelehnt wurde, ist das hier der falsche Standort“, stellte Norbert Hegmann (CDU) fest und plädierte für eine Autobahnanbindung an der Behelfsauffahrt in Eddersheim. „Man kann nicht die Firma dafür verantwortlich machen“, warf Sven Heß von der Galf ein, die Verkehrsverdichtung in Weilbach sei ein Verkehrsführungsproblem.

Für Autobahnanbindung an Behelfsauffahrt Eddersheim

Das untermauerte auch der Transthermos-Geschäftsführer, der die Situation ebenfalls als unglücklich bezeichnete, da die Beschilderung die Lkw-Fahrer automatisch aus dem Firmengelände auf die nördliche Ausfahrt der Weilbacher Straße und nach Weilbach leite. Von der Gewerbeaufsicht des Regierungspräsidiums sei es zudem untersagt worden, die Mariechen-Graulich-Straße in südliche Richtung zu befahren, und das werde auch ständig überwacht.

So hoffte Weilbachs Ortsvorsteher Heinz Lauck, dass man nach Fertigstellung der Linksabbiegerspur auf der B 519 mit der Straßen- und Verkehrsverwaltung eine Lösung aushandeln könne. „Wir sind bemüht um eine kleine Umgehung Weilbach“, fügte Antenbrink bei und erklärte, dass auch für eine Autobahnauffahrt Verkehrsuntersuchungen und eine verkehrliche Begründung als Voraussetzung für Planungen vorliegen müssten.

Zuvor hatte Sebastian Dietrich die Besonderheiten des Logistikunternehmens mit 15 Niederlassungen in Deutschland sowie die Tiefkühlbranche vorgestellt. Von unterschiedlichen Tiefkühlkost-Herstellern nachts zwischen 22 und 4 Uhr beliefert, lagere man die Ware und sorge vom Standort Flörsheim aus für eine nahtlose Kühlkette bei der Belieferung der Lebensmittelmärkte von Trier bis Wetzlar, von Gießen bis Mannheim, ergänzte Niederlassungsleiter Armin Betz und stellte den Standort in Zahlen vor: 6 600 Quadratmeter Nutzfläche, 11 400 Palettenplätze, 50 Mitarbeiter, etwa 100 Fahrbewegungen von Klein- und Großfahrzeugen am Tag. „Tiefkühlung ist die beste Konservierungsmethode“, klärte Heinrich Pfeiffer auf, der in Fachkreisen auch „Kältepapst“ genannt werde. Er erläuterte die Technik der Fahrzeuge mit Aufzeichnungs- und Messgeräten, mit lärmgedämmten Maschinen der Kälteanlagen, die im Dauerbetrieb auf minus 25 Grad kühlen und unterhalb der Fahrgeräusche liegen. Nach der Erweiterung durch eine zweite Kühlhalle mit weiteren 15 000 Palettenplätzen, die für 2013 geplant sei, werde es mehr Verkehr geben, diagnostizierte Pfeiffer, aber auch die Mitarbeiterzahl werde auf bis zu 100 steigen.

Quelle: (Main-Spitze) zum Artikel