Streit um die Idee: Wer hat den Verkehrskreisel in Wicker vorgeschlagen?

WICKER – In der Sitzung der Stadtverordnetenversammlung am Dienstag verkündete Bürgermeister Michael Antenbrink die Fertigstellung des Wickerer Kreisels. Mit dem Aufbringen der Markierungen seien die letzten Arbeiten erledigt worden. Wenngleich die Verkündung dieser Nachricht dem Verwaltungschef obliegt, hat die CDU im Vorfeld noch einmal deutlich gemacht, dass sie die Urheberschaft der Kreisel-Idee für sich reklamiert.

Acht lange Jahre habe es bis zum Beginn des Kreuzungsumbaus gedauert, seit die Wickerer CDU-Mandatsträger dieses Projekt durch einen Antrag im Ortsbeirat auf den Weg gebracht hatten. Jetzt zeigten sich die großen Vorteile der neuen Verkehrsführung: Die früheren Staus im morgendlichen Berufsverkehr seien Vergangenheit, der Verkehr laufe reibungslos, und nachdem die Signalanlage abgebaut ist, könnten die Anwohner nachts endlich wieder ruhiger schlafen, so die Christdemokraten.

Ortsvorsteherin schlägt vor

Ausgangspunkt seien ursprünglich Klagen der Anwohner gewesen, die sich bei der damaligen Ortsvorsteherin Berthilde Enders über die Störungen beklagt hatten, die durch den nächtlichen Betrieb der Verkehrsampel an dieser Kreuzung verursacht wurden. Die einfachste Lösung dieses Problems, nämlich die Abschaltung der Signalanlage in der Nacht, sei nicht durchsetzbar gewesen. Die Polizei habe darauf verwiesen, dass nur durch den durchgehenden Ampelbetrieb der frühere Unfallschwerpunkt an dieser verkehrsreichen Kreuzung endgültig beseitigt werden könne. Nach einer intensiven Beratung des Für und Wider brachten die Wickerer CDU-Ortsbeiräte im Mai 2007 auf Vorschlag von Berthilde Enders den Antrag ein, einen Kreisverkehr zu planen. Der Ortsbeirat konnte sich jedoch zunächst nicht zu einer Annahme des CDU-Antrags verständigen. Deshalb stimmte die CDU notgedrungen zu, dass ihr Antrag in einen Prüfungsantrag für den Magistrat umgewandelt wurde.

Keine Rückstaus mehr

Das Projekt sei sowohl in der Bevölkerung als auch in der Politik hoch umstritten gewesen, erinnern die Christdemokraten. Bürgermeister Antenbrink habe noch 2008 „die Maßnahme im Rahmen der Haushaltslage nicht als Priorität“ angesehen. Der SPD-Fraktionsvorsitzende Gerd Mehler machte 2010 Bedenken geltend, wonach der Verkehr durch die Kreisellösung „zu flüssig“ werde und dies deshalb an der Ortseinfahrt von Weilbach unweigerlich zu Problemen führen müsse, so die CDU.

Allen Unkenrufen zum Trotz habe sich die Verkehrssituation an diesem früheren neuralgischen Verkehrsknotenpunkt von Anfang an deutlich entspannt, stellt Ortsvorsteher Christopher Willmy (CDU) heute fest. Auch ohne die Signalanlage laufe jetzt der Verkehr störungsfrei und ohne Unfälle. Insbesondere sei es bisher auch nicht mehr zu den früher üblichen Rückstaus gekommen. Der Ortsvorsteher ist voller Zuversicht, dass dies dank der neuen Verkehrsregelung, die sich schon in der Anfangszeit so außerordentlich gut bewährt habe, auch in der Zukunft so bleiben werde. (Jens Etzelsberger)

Quelle: (Main-Spitze) zum Artikel