Der Kreisel ist fertig

Wicker. 
Nach sechs Monaten Bauzeit heißt es freie Fahrt in der Wickerer Ortsmitte. Im Frühjahr soll über die Gestaltung der Innenfläche diskutiert werden.

„Es ist tatsächlich ein Kreisel geworden und kein Eck.“ Mit diesem scherzhaften Urteil eines Rathausmitarbeiters endete vorgestern eine abschließende Besichtigung der Baustelle, ehe der neue Kreisel gestern endlich für den Verkehr freigegeben werden konnte.

Bürgermeister Michael Antenbrink war mit Vertretern des Ordnungsamtes, des Tiefbauamtes und der Stadtwerke vor Ort, um die letzten Schritte vor der Eröffnung zu begutachten. Nach einem guten halben Jahr Bauzeit und der Investition von einer knappen Million Euro ist das neue Verkehrsbauwerk fertig.

Verzögerungen beim Bau

Vorgestern war nur die südliche Hälfte des Kreisels für Fahrzeuge aus Richtung Weilbach freigegeben, während die zuständige Baufirma im verbleibenden Teil den Endspurt hinlegte. Ein Arbeiter rammte ein Schild an der Kreiselausfahrt in Richtung Hochheim in den Boden. Das Verkehrszeichen signalisiert das Durchfahrtsverbot für Laster auf der Kirchgartenstraße. Das einzige Fahrzeug, das einen Tag vor der Eröffnung bereits neben den Baumaschinen seine Runden im gesamten Kreisel drehen durfte, war eine große Kehrmaschine. Der gröbste Dreck sollte schließlich verschwunden sein, bevor der Verkehr im Wickerer Ortsmittelpunkt endlich wieder in Ruhe fließen konnte.

Der neue Kreisel an der Kreuzung von Kirschgartenstraße, Flörsheimer Straße und der Straße „Am Graben“ hat einen Durchmesser von 32 Metern. Die voraussichtlichen Kosten belaufen sich auf 580 000 Euro für die Straßenarbeiten und jeweils 200 000 Euro für die Erneuerung von Wasserleitungen und Kanal. Das Land Hessen beteiligt sich mit 100 000 Euro an den Kosten. Die auf zwei Abschnitte verteilte Maßnahme hatte im Juni begonnen. Die Fertigstellung des Kreisels sollte ursprünglich bereits Ende November erfolgen, verzögerte sich jedoch aufgrund der aufwendigen Leitungsarbeiten im Untergrund der nördlichen Hälfte.

Viele Wickerer bekamen den Kreiselbau vor allem durch die zahlreichen Umleitungsstrecken im Ortskern mit. Die ungewohnte Verkehrsführung löste Bedenken bei den Eltern von Grundschülern aus, die sich um den Schulweg sorgten und sogar gegen einen Behelfsüberweg auf der Ringstraße demonstrierten.

Die Verwaltung habe „einen unwahrscheinlichen Aufwand betrieben“, um die Fußgänger mit Überwegen und Hilfspolizisten zu schützen, betonte Bürgermeister Antenbrink gestern. Eine hundertprozentige Sicherheit gebe es jedoch nie. Der Bürgermeister ist aber sehr zufrieden mit der Umsetzung des Bauprojektes. „Der Kreisel ist jetzt das schönste Stück Straße in Wicker“, betont Antenbrink. Er ließ allerdings auch durchblicken, dass dies auf den Rest der Kirchgartenstraße nicht zutrifft und er eine Sanierung durch Hessen Mobil für angebracht halte.

Während der Verkehr wieder fließt, gehen einige Restarbeiten im Umfeld des Kreisels weiter: Die Pflasterung der Gehwege und die Herstellung des Radweges parallel zur Kirchgartenstraße sind noch nicht fertig. Außerdem müssen die Kanal- und Wasserleitungen in der Ringstraße angeschlossen werden. Schließlich fehlt auch noch die Gestaltung der Innenfläche des Kreisels, die im Moment nur aus kahler Erde besteht. (sas)

Quelle: (Höchster Kreisblatt) zum Artikel